ol-sen

Ein Fischkopp im hessischen Outback

Hip Hop 4Eva, Homey? Music, that influenced me

Der Titel klingt schon ein wenig prollig, gebe ich zu. Mit fast 36 sollte man ja durchaus etwas gesetzter sein und sich auch gewählter ausdrücken können. Aber beim Thema Rap muss man auch mal etwas aus der Reihe fallen.

Um gleich etwas klar zu stellen. Auch wenn ich mich als Rap-Fan bezeichne, finde ich das, was aktuell durch die Charts und MTV und Viva wabert, eher scheiße.

Ich spreche hier eher von Grandmaster Flash and the Furious Five oder Sugarhill Gang. Oder noch eher von Public Enemy. Denn Public Enemy, Run DMC und die Beastie Boys waren es, die mich zum Rap gebracht haben.

Begonnen hat alles 1986 mit dem Album „Licensed To Ill“ Damals noch, wie es sich  gehörte auf Vinyl. Für alle die nach 1980 geboren wurden, das sind die großen schwarzen CDs die man auf einem Plattenteller mit Nadel legt und mit denen man noch scratchen konnte. Kennen Eure Techno-DJs sogar noch.

Zurück zum Thema. Beastie Boys „You Gotta Fight For Your Right To Party“ war eine Mischung aus Rock und Rap die mir zusagte. Ich war ein wenig angefixt und der Titel „Time To Get Ill“ führte zu ersten eigenen Scratch-Versuchen.

Auch wenn dieses Album mein erstes Rap-Album war, bezeichne ich es nicht als eines derjenigen, die mich wirklich beeinflusst haben. Das war ein späteres Album, nämlich „Pauls Boutique“, ein Album, dass ich persönlich sogar für einen musikalischen Meilenstein halte. Diese Samples dadrin brachten den Beastie Boys auch einigen Ärger.

Aber vor „Pauls Boutique“ kam von Public Enemy das Album „It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back“. Mein ersten Public Enemy Album, auch wenn es bereits das zweite der Band war. „Yo Bum Rush The Show“ war das erste, welches ich mir erst spöter kaufte, nur um die Sammlung komplett zu haben. Die krachenden, hämmernden Sounds von Public Enemy, 1988 war ich 15, waren genau das, was ich brauchte um den Poppern und Grufties in der Schule entgegen zu treten. Und die Texte haben tatsächlich bei mir was bewirkt. Ich habe mich bewusst mit der Geschichte der Staaten und der Schwarzen auseinander gesetzt. Und auch meine politische Meinung gebildet. Eine Meinung, die übrigens bis heute Bestand hat. Man hat, und tut es heute, Public Enemy vieles vorgeworfen. Vor allem anti-amerikanisch zu sein, schwulenfeindlich etc pp. Solche Vorwürfe kommen meist von denen, die sich nicht inhaltlich mit Texten auseinander setzen wollen.

Zurück zum Thema, das Album hat mich dermaßen in seinen Bann gezogen, dass ich mich immer mehr mit dem Thema Rap auseinander gesetzt habe. So kamen nach und nach natürlich mehr Künstler dazu. Boogie Down Productions, Ice-T, De La Soul, 2 Live Crew, etc pp. Ich hatte eine relativ große Bandbreite.

Bis gegen Ende der Neunziger der Rap aus meiner Sicht immer kommerzieller wurde. Mir gefiel, dass es soviele verschiedene Styles gab. Aber es kamen immer mehr dieser Gangster-Rapper, immer mehr Kids fuhren auf den Scheiß ab, kleideten sich in viel zu große Klamotten, die Hosen sahen aus, als hätten sie reingeschissen, weil der Arsch in den Kniekehlen hing.

Nein, ich kann nicht mehr aus Überzeugung sagen, dass ich ein Hip Hopper bin. Ich bin Rap-Fan. Nach wie vor stehe ich auf Public Enemy und Beastie Boys. Cypress Hill sind okay. Ice-T geht gar nicht mehr, der ist mir zu unmotiviert geworden. Was für mich ebenfalls nicht geht sind Typen wie 50 Cent, die wirklich nur noch rumpposen und nur Kohle verdienen wollen.

Manchmal frage ich mich, was aus dem guten alten Rap geworden ist.

Ich bin älter geworden, auf Public Enemy stehe ich immer noch und kaufe wirklich jedes Album von ihnen, Aber mittlerweile höre ich tatsächlich auch normale Musik. Fury in the Slaughterhouse. Die habe ich schon während meiner Rap-Zeit gehört. R.E.M. höre ich sehr gerne. Und was auf jeden Fall rockt, ist die Mischung aus Rock/Metal und Rap. Ab und zu  muß es dann halt auch mal etwas aggressiver sein.

Nusik, die immer geht, einfach weil ich damit aufgewachsen bin, sind die Sachen aus den 80ern. Ich finde, damals haben sich die Leute mehr mit Musik auseinandergesetzt, die Lieder waren irgendwie fülliger, boten den Ohren mehr zum entdecken. Himmel, da waren Maxis noch Maxis, mit 10 Minuten Mixen, nicht wie heute, 10 gleich klingende Radiotaugliche Mixe. Deswegen mag ich den Rock aus den 70ern so, der ist einfach bombastisch. Da steckte noch Liebe drin, in der Musik UND der Produktion. Nicht einfach nur die schnelle Produktion und viel Geld verdienen.

Ja, ich bin ein Rap-Fan, aber ich bin bestimmt kein Evangelist was das betrifft. Ich weiß gute Musik zu schätzen. Klassik ist einfach ganz großes Kino. Etta Scollo ist ein Gänsehaut-Erlebnis. Chris Jones (RIP alter Freund) machte einfach ganz großartigen Folk/Blues.

Himmel, bin ich vom Thema abgekommen. Ich wollte eigentlich nur was über Public Enemy und die Beastie Boys schreiben und bin ziemlich abgeschweift. Aber das ist nun mal Musik, man kommt von einem ins andere. Ich bin froh in einer Zeit aufgewachsen zu sein, die ein riesiges Spektrum an genialer Musk geboten hat. Heute würde ich mich nicht zurecht finden. Es gibt viele gute Bands, aber wenige, die sich wirlich lange halten. Guckt Euch doch mal die alten Säcke an. AC/DC (einfach geil) rocken heute noch, Red Hot Chili Peppers, Genesis oder ZZ Top und so weiter. Seit Jahren im Geschäft. Man muss sie und ihre Musik nicht mögen. Aber die alten Säcke haben es halt noch immer drauf. Die rocken die Bühne mehr als 50 Cent, Queensberry oder wie sie allle heißen.

So, nun ist aber Schluß.

Vielleicht setzte ich diese Gedanken später mal fort.

Von der Tellerwäscherin zur Badenixe

Meine Lütte ist ja schon eine Süße. Heute nach dem Abendbrot, kurz vor dem Pflichtprogramm Sandmännchen hat sie freiwillig und ganz alleine alles abgewaschen. Und das war gar nicht mal so wenig. Vom gestrigen Abendbrot, dem Frühstück heute morgen und eben den Krempel von heute. Dafür hat sie sogar auf den Anfang vom Sandmann verzichtet. [...]

weiterlesen »

Lange nicht mehr gebloggt

Dabei gäbe es doch soviel zum schreiben. Zum Beispiel über die Internetsperren von #zensursula und die Petition von knapp 100.000 Bundesbürgern (ich schreibe bewusst nicht „Internet-Usern“) und den Nebenkriegsschauplätzen. Mittlerweile ist aber soviel dazu geschrieben worden, dass ich eh nur bereits Geschriebenes wiederholen würde. Oder über die obskure Filter-Software von JusProg, die scheinbar den Partnern [...]

weiterlesen »



Copyright © 2010 by: ol-sen • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.