Es fehlt hier was.
Seit dem ich wieder alleine lebe, fehlen mir unsere beiden Miezechaoten schon. In letzter Zeit mehr denn je. So ein kleiner Stubentiger wäre mir schon recht. Und meine Lütte würde sich darüber auch freuen. Aber mal ernsthaft darüber nachgedacht, komme ich schnell zu dem Schluss: So eine Katze dürfte hier nicht glücklich werden. Zum einen habe ich hier gerade mal knapp 40qm über zwei Etagen zur Verfügung. Zum anderen bin ich oft von 06:00 bis 19:00 oder sogar 21:00 außer Haus. So lange die Katze alleine lassen halte ich nicht für gut. Zwei Katzen auf diesem kleinen Raum geht so gar nicht. Und es darf auch kein Freigänger sein, denn ich wohne an einer Hauptverkehrsstraße.
Ideal wäre ja ein Terrarium. So eine Schlange zum Beispiel. Aber dafür fehlt schlicht und einfach der Stellplatz. Außerdem ziehe ich ein Haustier vor, das man auch mal auf den Arm nehmen kann, das auch mal kommt, Kuscheleinheiten abholen. Schlangen oder andere Exoten sind da eher weniger geeignet.
Hase oder Ratte scheitert auch am Platz. Außerdem wäre ich immer versucht, den Hasen in den Ofen zu packen. Ein Aquarium verbreitet mir einfach zu viel Hektik.
Ich kann mich drehen und wenden wie ich will. Ich lande schlussendlich immer wieder bei einer Katze. Und der Frage, ist es wirklich gut, eine Katze auf knapp 40qm zu halten? Vor allem wenn man oft lange weg ist? Ich glaube nicht. Und so wird es hier weiter an etwas fehlen. An jemanden, der sich abends auf meine Beine legt, mich beständig nervt, weil er/sie fressen will. Jemand, der energisch seine Krauleinheiten einfordert. Jemand, der mich mit seinen Haaren in den Wahnsinn treibt. Eine Katze halt.
Manchmal ist das Leben ein Arschloch…
Es gibt Dinge, über die man gerne schreiben möchte. Über Dinge, die einem widerfahren, über Gefühle, die einen plagen. Dann sitzt man am Rechner und schreibt los. Löscht einzelne Abschnitte. Schreibt sie um. Versucht seine Gedanken verständlich zu machen. Das Ganze versucht man so zu schreiben, dass es nicht zu privat wird. Im Kopf stehen Gedanken, Gefühle, Formulierungen. Wieder wird alles verworfen.
Letztlich wird der gesamte Text gelöscht. Zu tief geht das Geschriebene. Zu persönlich der Text. Man fängt wieder von vorne an. Schreibt es neu. Verwift es noch einmal.
Letztlich stellt man fest, dass dieses besondere Gefühl, das man zum Ausdruck bringen möchte, sich so nicht formulieren lässt. Das die Gedanken nicht wirklich greifbar sind.
Man fragt sich, was empfindest Du wirklich? Was macht es aus, das Du gerade bei diesem Menschen so empfindest? Wieso löst dieser Mensch dieses unbeschreibliche Chaos in Dir aus? Sind es diese winzigen kleinen Augenblicke? Dieses nicht einordbare Lächeln? Wieso man sich als erwachsener Mensch auf einmal benimmt wie ein Teenie, der nicht weiss, wie er sich verhalten soll? Warum man auf einmal nicht mehr in der Lage ist zu flirten? Sich vollkommen tapsig und ungeschickt benimmt?
Man macht sich Gedanken, wieso sie einen so fasziniert. Sie ist doch der totale Gegensatz zu mir. In fast allen Belangen. Außer politisch und bei der Computerwahl. Und nein, dass sie eine Mac-Userin ist, hat wirklich nichts mit der Sache zu tun.
Und dann kommt der Moment, in dem die Augen so komisch wässrig werden. Weil man nicht weiter kommt. Weil man sich eine einfache Frage nicht traut. Weil man so verdammt viel Angst vor der Antwort hat. Vor einer Antwort, egal wie sie ausfiele, das Leben so viel einfacher machen würde. Ablehnung, dann weiß man woran man ist. Thema geklärt, lass’ es uns wie Erwachsene nehmen. Thema durch. Lass uns einfach normal weiter leben, normal smalltalken. Zustimmung? Was eine Freude.
Es wäre doch so einfach. Einladen, vieilleicht hören, dass man nicht ihr Typ ist. Aber nein, man traut sich nicht. Stattdessen quält man sich nach jeder Begegnung und versucht Reaktionen ihrerseits zu analysieren. Und landet wieder im totalen Gefühlschaos.
Manchmal ist das Leben nicht so einfach. Manchmal sind Gefühle verwirrend. Manchmal kann man nur ansatzweise bloggen, was einen bewegt.
Manchmal ist das Leben wirklich ein Arschloch!
