Dunkel war’s…
Dunkel wars, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr. Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertief, als ein totgefahrener Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Oder auch:
Als das Telering fonte, treppte ich die Rannte runnte, türte gegen die Bumms, da war ich Beule.
Warum ich die Piratenpartei (nicht) wählen werde
Über die Piratenpartei wird derzeit viel diskutiert. Stellenweise sehr emotional. Vor allem seitens der Piratenpartei selbst, wenn man deren Parteiprogramm angreift oder kritisiert.
Sicherlich lässt sich über den Namen streiten, den hätte man durchaus geschickter wählen können. Sei’s drum.
Informationelle Selbstbestimmung
Hier findet die Piratenpartei gerade bei der aktuellen Diskussion um Internetsperren etc. viel Anspruch. Und das ist auch gut so. Die einzige Partei, die wirklich Stellung bezieht. Die etablierten Parteien haben soviel Ahnung wie die Kuh vom Tanzen.
Hier kann ich der Piratenpartei auch in nahezu allen Punkten zustimmen.
Patentrecht
Ich sehe das Patentrecht als eine gute Sache an. Wer etwas erfindet, hat Zeit und Geld investiert und muss dieses auch durch ein Produkt wieder einfahren. Könnten nun andere diese Erfindung nutzen, können sie das entsprechende Produkt um Längen billiger auf den Markt werfen. Gut für den Verbraucher, schlecht für den ursprünglichen Erfinder. Wie soll dieser denn nun seine Investitionen wieder herein bekommen? Angesichts der „Kopien“ die nun zu wesentlich günstigeren Preisen erworben werden können?
Sicherlich gibt es Beserungsbedarf beim Patentschutz, dies darf aber nicht auf Kosten der Patentträgers gehen.
Urheberrecht
Wer etwas schafft soll dafür auch entlohnt werden. Ich sehe es am Beispiel meiner ehemaligen Lebensabschnittsgefährtin und eines Bekannten. Beide haben ein Buch geschrieben. Dafür erhalten sie vom Verlag Tantiemen. Die sie wiederum versteuern müssen. Durch den Verkauf des Buches und den daraus erhaltenen Erlösen fließt also auch wieder Geld an den Steuerzahler zurück. Zum anderen hat das Erstellen des Werkes auch Geld gekostet. Anschaffen neuer Software/Hardware etc pp. Von der Freizeit mal abgesehen. Mit den Tantiemen wurde auch die Familie ernährt. Jede Kopie ist also weniger Geld für den Autor.
Nun schreibt die Piratenpartei sich auch nicht die Abschaffung des Urheberrechts auf die Fahnen, nur das Recht auf Privatkopie. Definiert diese aber nicht weiter.
Das sind nur mal drei Beispiele.
Was mich an der Piratenpartei stört, ist die Abwesenheit von Konzepten. Sie haben gute Ideen. Diese bestehen aber nur aus Buzzwords. Vieles liest sich auf den ersten Blick gut. Auf den zweiten oder dritten Blick fällt aber eben auf, dass effektive Gegenkonzepte zum Status Quo fehlen.
Das die Piratenpartei aber schon in der Politik angekommen ist, zeigt das fast pawlowschische Verhalten der Piratenpartei, wenn man sie krititsiert. Das beste Beispiel ist hier Sascha Lobo. Berechtigte Kritik wohlgemerkt. Kaum ist diese Kritik durch den Äther gegangen beginnt der kollektive Aufschrei im Netz. Genau dazu hat auch der ennomane einen sehr guten Blogbeitrag geschrieben.
Die Piratenpartei könnte mehr als 5% bei der Bundestagswahl erreichen. Wenn sie plausible Konzepte und Ideen auf den Tisch legt und nicht nur mit Schlagworten arbeitet. Medienschaffende, seien es Musiker, Autoren, was auch immer, stehen der Piratenpartei genau deswegen kritisch gegenüber, auch wenn sie ansonsten durch aus geneigt sind, diese zu wählen. Vor allem weil sich die Alternativen (CDU, SPD, FDP, Grüne) auch nicht wirklich wählbar für netzaffine Bürger darstellen.
Es muss sich dringend was tun in der Politik. Es muss eine Medien- und Internetkompetenz geschaffen werden. Bei allen Parteien. Dafür könnte die derzeitige Diskussion um die Piratenpartei vielleicht sorgen. Vielleicht sensibilisiert das die Menschen ein wenig. Vielleicht motiviert das die Menschen ein wenig sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen. Nicht nur eine Seite zu sehen, sondern auch die Gegenargumente.
Liebe Piratenpartei,
ihr habt Potenzial. Ihr habt gute Ideen. Ihr habt die Chance etwas zu ändern. Aber nur mit Konzepten und tragfähigen Ideen. Mi Diskussionsbereitschaft. Mit der Bereitschaft auch berechtigte Kritik zu ertragen, ohne gleich beleidigt zu sein. Mit dem Willen wirklich was ändern zu wollen und auch bereit sein, sich mit den politischen Gegnern auf gleicher Ebene auseinander zu setzen. Ernsthafter werden. Noch vermittelt ihr trotz allen guten Willens den Eindruck eine Spasspartei zu sein.
Versetzt Euch bei einigen Eurer Ideen mal in die Betroffenen, wie ich es weiter oben schon geschildert habe. Ein freies Netz mit freien Downloads aller möglichen Daten ist ein Wunschtraum für eine Traumwelt in der Geld keine Rolle spielt. Sobald man aber als Schaffender mit seinem Schaffen Geld verdienen muss um seine Famileie zu wählen und Eure Ziele liest, werdet ihr unwählbar. Oder wie es ennomane schrieb:
Gerade Kulturschaffende haben Angst vor Filesharing und dem ganzen Zeugs. Gerade sie stehen unabhängig von irgendeiner Medienindustrie den Piraten sehr kritisch gegenüber. Gerade sie verdienen tragfähige Konzepte und Überzeugungsarbeit.
Und trotz allem, trotz aller Kritik, die ich an Euch habe. Ich werde Euch wählen. Unterstützen werde ich Euch aber nicht.
Sonntagszitat
Liebe: an jemand denken, ohne nachzudenken.
Tattoo
Mein erstes und bislang einziges Tattoo habe ich mir 1997 stechen lassen. Seit dem hadere ich ja mit mir, ob nicht ein zweites Tattoo dazu kommen sollte. Bisher ist es daran gescheitert, dass es zum einen ein relativ dezentes Motiv sein sollte und zum anderen, dass ich einfach nicht wirklich etwas passendes gefunden habe.
Aber, dann schwebt mir etwas wie dieses hier vor:
Unschwer zu erkennen, dass es sich dabei im chinesische Schriftzeichen handelt. Die Bedeutung von oben nach unten:
Hass & Liebe
Gut & Böse
Yin & Yang
Frei nach Joker aus Full Metal Jacket könnte man behaupten, dieses Tattoo drückt die Dualität des Menschen aus. Okay, Joker hat da auch nur Carl Gustav Jung zitiert, aber so what. Anders herum kann man auch behaupten, das Tattoo passt zu einem Zwilling (damit meine ich das Sternzeichen), denen man ja zwei Gesichter nachsagt. Was mich aber, ab von der frei interpretierbaren Aussage des Tattoos stört, ist, das es sich dabei um chinesische Schriftzeichen handelt. Ich kenne keinen Chinesen, der mir bestätigen kann, dass diese Zeichen wirklich das bedeuten, was das Internet so behauptet. Ich will ja auch niemanden beleidigen. Nicht das da letzten Endes steht „Ich habe deine Mutter bei Twitter geblockt“ oder so etwas ähnliches. Bis auf die letzte Zeile könnte man die Worte auch in Fraktur tätowieren lassen. Was mich davon abhält, dass ich bei Love & Hate, Good & Evil in Verbindung mit Fraktur immer an das rechte Spektrum denke.
Trotz allem ist dieses Motiv so ziemlich das einzige, was mir im Moment so richtig zusagt. Tribals finde ich zwar auch genial, aber da gibt es mittlerweile so viele geile Motive, dass mir die Auswahl viel zu schwer fällt. Aber bis ich mir das Tattoo stechen lasse, wird wohl noch einige Zeit vergehen.
Treffende Worte von Curi0us zu Twitter
Mir schwirren schon seit Monaten einige Gedanken zum Thema Twitter im Kopf herum. Ich habe sie bisher nur noch noch nicht sortiert bekommen. Geschweige denn niedergeschrieben. Nun hat Curi0us gestern einen sehr schönen Beitrag zum Thema Twitter und dessen Relevanz bzw. Irrelevanz geschrieben. Genau so etwas schwebte mir auch vor, hätte es aber nicht so gut formulieren können. Einer der besten Blogbeiträge der letzten Zeit, die sich um Twitter drehen. Meiner Meinung nach. Einfach mal lesen.
mein erstes camp: politcamp1.0 – 30. – 31.01.2010
Ich bin ein normal politischer Mensch. Ich rege mich auf, setze das eine oder andere Zeichen, diskutiere mit anderen über Politik und politische Entscheidungen. Weiter aktiv war ich bisher aber noch nie. Ich bin in keiner Partei, keiner Organisation. Jetzt bin ich aber via Twitter über das politcamp1.0 gestoßen, das vom 30.-31.01.2010 stattfindet. Spannenderweise sind die Tickets für Frühbucher kostenlos, ansonsten kosten sie 20,- Euro bzw. 49,- Euro für Spätbucher. Davon mal abgesehen, dass ich auch die 20,- Euro gezahlt hätte, habe ich mir ein kostenloses Ticket sichern können. Ich freue mich, denn ich denke, dass das, worum es beim politcamp geht, nämlich die Begegnung von Politik(ern) mit Web2.0(ern) ist wichtiger denn je. Gerade wenn man sich die aktuelle Diskussion um Internetsperren bzw. das Zugangserschwerungsgesetz ansieht. Der Termin ist fest eingetragen. Ich habe bisher noch nie an einem barcamp oder ähnlichen teilgenommen. Zum einen bin ich nur ein kleiner Teil der Blogosphäre, so mit 10-50 Besuchern pro Tag. Zum anderen sind es die Kosten (mein Geld brauche ich für wichtigere Dinge) und vor allem die Zeit. Als getrennt lebender Elternteil bedarf es bei solchen Sachen eine erhebliche Planung, zumal der andere Elternteil häufig am Wochenende arbeitet.
Nun muss ich aber wirklich auf einen neuen Mac hinarbeiten. Das PowerBook ist für mobiles Arbeiten nicht mehr geeignet. Und bei einem camp sollte man dann doch mobil sein. Ich bin jedenfalls sehr neugierig und bin gespannt, was man für Kontakte knüpfen kann.
Sonntagszitat
Die kürzesten Wörter, nämlich ja und nein, erfordern das meiste Nachdenken.
Public Enemy: It takes a nation of millions to hold us back
Ich habe mich ja vor kurzem bereits in einem Blogbeitrag ziemlich verheddert. Desswegen jetzt noch einmal der Versuch, eines der Alben, die mich wirklich beeinflusst haben, näher zu beschreiben.
It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back
Das zweite Album von Public Enemy, aber mein erstes von den Polit-Rappern. Im Gegensatz zu anderen Bands setzen Public Enemy auf zum Teil sehr schräge Samples. Meine Eltern fragten mich damals wahrhaftig, ob meine Stereo-Anlage kaputt sei, weil das so komisch klingt. Damals lief so etwas bei meinem Plattendealer auch noch unter Hardcore-Rap. So als Abgrenzung zu den ersten West-Coast-Gangster-Rap, wie zum Beispiel Ice-T.
Was mir damals sehr gefallen hat, das die Raps von Public Enemy sehr politisch waren. Um diese Texte allerdings zu verstehen musste ich zum einen Englisch verstehen können, also sowohl lesend als auch hörend, zum anderen musste ich ja wissen, worüber Chuck D, Flavor Flav und Professor Griff so reden. Das Internet in seiner heutigen Form gab es noch nicht. Ich musste also in die Uni-Bibliothek und mir entsprechende Bücher und Zeitungen durchlesen. Für mich war das ein großer Vorteil. Ich lernte Englisch und setzte mich mit Politik auseinander. Auch mit Politik außerhalb meines kleinen Bereiches. Und ich setzte mich mit der Geschichte der Schwarzen Musik auseinander. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich diese MTV-Gangsta-Rappa nicht leiden kann. Genauswenig wie diese deutschen Hip Hop Kiddies, die wie ihre Vorbilder rumlaufen, aber überhaupt keinen Plan haben, WAS Rap überhaupt ist.
Rap, mittlerweile auch nur noch eine Geldmaschine, war damals wirklich so etwas wie das CNN der Schwarzen, wie es Chuck D formulierte. Viele der Afro-Amerikaner konnten und können nicht lesen, weil ihnen der Zugang zur Bildung verwehrt wird oder weil ihnen einfach das Geld fehlt. Durch den Rap aber erfuhren sie, was in ihrer Umwelt vor sich geht. Sicherlich, die Musik und die Texte waren selten objektiv, man warf Public Enemy vor schwulenfeindlich und anti-weiß zu sein. Dennoch, mir kleinem weißen Jungen haben sie viel beigebracht. Sich mit einer Sprache, einer Musik, einer Geschichte auseinander zu setzen.
Man kann sagen, erst dieses Album hat mich zum Hip Hop gebracht.
Und nein, ich werde hier keine einzelnen Titel bewerten. Mir geht es um das Album als Ganzes. Für mich ist It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back eines der größten und wichtigsten Alben in der Musikgeschichte. Weil es eben so politisch ist. Weil es einen Meilenstein in der Geschichte des Rap gesetzt hat, weil es ein zeitloses Album ist.
Ich habe von diesem Album profitiert. Zum einen hatte ich durch dieses Album einen Grund Englisch zu lernen und war schulisch dadurch immer ziemlich weit vorn. Ich habe aber auch gelernt, mich mit einem Thema auseinander zu setzen, es von mehreren Seiten zu betrachten. Und das alles noch ohne Internet.
Art. 5 GG
Ich halte mich ja bewusst mit politischen Äußerungen zurecht. Aber wenn das Grundgesetz mit Füßen getreten wird, dann kommt mir doch die Galle hoch. Heute haben die „Volksvertreter“ das Gesetz zum Sperren von Internetseiten durchgewunken. Frau von der Leyen hielt es nicht mal für notwendig anwesend zu sein, wenn ‘ihr’ Gesetz beschlossen wird. Dürften wir Frau Leyen für diese Arbeitsverweigerung vielleicht mal eine Abmahnung schicken?
In Art. 5 (1) GG heißt es:
Eine Zensur findet nicht statt.
Und genau das wurde heute mit diesem Gesetz zu Grabe getragen. Die Gewaltenteilung hat in Deutschland ein Ende. Nicht mehr die Judikative entscheidet über diese Sperre sondern ganz alleine die Exekutive.
Ansonsten rege ich mich gerade viel zu sehr auf um was vernünftiges zu schreiben. Ich schließe deshalb mit dem berühmten Zitat von Brecht:
Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Du kommst hier nicht rein!
Ich habe mir dann mal eben auf die Schnelle mein Geburtstagsgeschenk geschnappt und mir ein eigenes Stop-Schild gemalt. Okay, das erste Mal, das ich überhaupt mit dem Wacom Bamboo One gearbeitet habe. Eigentlich sogar das erste Mal, dass ich überhaupt mit einem Tablet gearbeitet habe. Und mit ein wenig Übung sieht das später vielleicht auch etwas schöner aus.


