Ich werde alt…
Frau Wirbelwind hat zu Weihnachten einen City-Roller bekommen. So einen mit 205er Rollen. Den muss sie ja nun jetzt ausgiebig testen. Bei mir verstaubt seit Jahren so ein Kickboard. Mal günstig aus einer Laune heraus beim Kollegen erstanden und kaum benutzt.
Heute wollte Frau Wirbelwind also unbedingt eine Roller-Runde drehen. Wir beide also mit den Dinger raus. Während sie locker fluffig mit dem Roller durch die bergige Gegend ist, habe ich mich angestellt wie der letzte Depp. So’n Kickboard steuert man ja mehr mit Gewichtsverlagerung. Im Gegensatz zum handelsüblichen Rolller. Ich kenne das ja eigentlich, ich hatte ja schon mal ein Skateboard unter den Füßen. Vor 30 Jahren oder so. Da hatte man keine Angst vor Schmerzen.
45 Minuten Tour mit der Lütten. Bergauf, Bergab. Über gepflasterte Wege (man ist ja Vorbild). Mir schmerzen die Knochen. Und wie ungeschickt ich mich angestellt habe. Vor 30 Jahren noch die übelsten Stunts hingelegt, heute rumgeeiert wie Opa mit seinem Rollator.
Mal schauen, was morgen die alten morschen Knochen und die untrainierten Muskeln sagen.
Es hat aber trotzdem Spass gemacht.
Wieder Weckerprobleme beim iPhone nach Jahreswechsel?
Die beste Freundin rief eben und meinte, ich sollte mal meinen iPhone-Wecker ausprobieren. Hintergrund ist ein Kollege, der die Schlummerfunktion genutzt hatte und die das iPhone ignoriert hat. Mit anderen Worten, der zweite Weckruf blieb aus. Ich habe das an meinem alten betagten 3G mit iOS 4.2 ausprobiert. Bei mir versagt der Wecker heute komplett.
Ist das heute noch jemanden aufgefallen?
Ich werde mir für morgen früh jedenfalls sicherheitshalber noch einen zweiten Wecker stellen.
Totholz? eBook? Nach einem Test: Beides!
Ich bin ja in gewissen Sachen doch ziemlich konservativ. Bei Büchern zum Beispiel. Bis gestern hatte ich keinerlei Interesse an eBooks oder zum Beispiel dem Kindle. Nun ja, aus dem einfachen Grund, da ich immer noch lieber mit einem richtigen Buch auf dem Klo sitze, als mit irgendeinem Device (ja, ich twittere nicht beim kacken). Und in der Badewanne (okay, den Genuß hatte ich schon länger nicht mehr) wäre meine Sorge zu groß, dass ich das Ding ins Wasser fallen lasse. Oder es sonst wie geschädigt wird.
Nun schmeißt Amazon ja momentan gratis eBooks in die Runde, was für mich alten Skeptiker dann doch mal die Gelegenheit war, eBooks mit der Kindle-App für das iPhone zu testen.
Gesagt getan und auch mit dem heutigen Gratis-eBook Linksaufsteher: Ein Montagsroman
ausprobiert, ob ich mich für eBooks überhaupt begeistern kann.
Ja, ich kann. Die Kindle-App bringt natürlich rudimentäre Funktionen mit, Helligkeit, Schriftgröße, Hintergrundfarbe etc. Reicht aber aus. Vollkommen. Für einen ersten Vorgeschmack. Das Buch von Matthias Sachau ist nun nicht gerade höchste Literatur-Kunst, aber angenehm unterhaltsam für einen Nachmittag auf dem Sofa. Ich muss sagen, ich war angenehm überrascht, wie gut es sich auf dem kleinen Display des iPhone lesen lässt. Fullscreen, nichts lenkt ab, das „blättern“ geht flüssig von statten und schließt man den Reader, so findet man sich nach dem Neustart gleich wieder an der Stelle an der man aufgehört hat.
Das Lesen an sich ist sehr angenehm, und ich muss gestehen, das ich den Eindruck hatte, das meine Augen weniger schnell ermüden als bei einem richtigen Buch. Und vor allem kann man auf dem Sofa so ziemlich jede Liege- oder Sitzposition einnehmen ohne das man eine ungemütliche Buchhalte-Position hat.
Hier gewinnt das eBook bei mir deutlich.
Was mir aufgefallen ist, das der Kauf eines eBook ja mal eine ziemlich geniale und bequeme Sache ist. Kaum gekauft, wird es mittels des Amazon Whispernet auf dem gewünschten Device bereit gestellt und geladen, sobald man die App öffnet. Und ratzfatz ist das Buch auf dem iPhone. Wie die ganze Technik drumherum funktioniert, interessiert mich erst mal gar nicht. Ob das Buch nun tatsächlich auf dem iPhone liegt oder irgendwo in der Cloud ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Es ist einfach nur irre, wie schnell man das Buch zur Verfügung hat. Da kommt weder der Prime-Versand noch der Vor-Ort-Besuch des lokalen Dealers gegen an (da müsste ich ja noch vor die Tür). Auch das ist ein Pluspunkt für das eBook.
Der Platzspareffekt ist natürlich gravierend und für mich letztendlich auch ein Argument. In meiner kleinen Hütte ist wenig Platz. Allerdings lese ich zu gerne und muss mich immer wieder schweren Herzens von Büchern trennen um Platz für neue zu schaffen. Das tut schon ein wenig in der Seele weh.
Ja, ohne Frage, nach nur einem eBook mit der Kindle-App auf dem iPhone ist klar: Der die das Kindle (sucht euch doch den passenden Artikel aus) kommt auf die Amazon-Wishlist.
Trotzdem, es gibt immer noch Bereiche in denen ich Totholz-Bücher weiter bevorzugen werde. Zum einen auf dem Klo (ich mache das seit gefühlt 34 Jahren so), in der Badewanne (wenn ich denn ein- zweimal im Jahr in den Genuss komme) und am Strand/Freibad. So bequem es im Urlaub sein mag, nur ein Gerät mit x-Büchern mit zu nehmen, so ungern würde ich einen eBook-Reader mit an den Strand oder in das Freibad mitnehmen. Dann hätte ich wahrscheinlich sehr schnell zwei davon.
Ich alter Skeptiker und Konservativer was Bücher betrifft bin positiv überrascht worden und revidiere meine Meinung von „eBooks kommen mir nicht ins Haus“ zu „Verdammt, ich will einen Kindle haben!“
Das einzige was mich ärgert ist der Umstand, dass die eBooks genau so teuer sind, wie ihre Totholz-Ausgaben. Ich meine, mit welcher Berechtigung kostet Collector: Roman von Markus Heitz als Totholz-Ausgabe 9,99 € und als eBook
11,99 € ? Das will mir nicht so recht in den Kopf. Es fallen keine Druckkosten an, keine Lieferkosten etc pp. Wie rechtfertigt sich das? Kann mir das bitte mal jemand plausibel erklären?
Das schönste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten
Das schönste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten bekamen wir am 12.12.2004 um 6:11. Da erblickte unsere Sternenguckerin Frau Wirbelwind das Licht der Welt.
Dieses kleine Bündel ist mittlerweile zu einem richtigen Mädchen herangewachsen, geht mittlerweile in die Schule und manchmal kommt es mir immer noch wie gestern vor, wie ich dieses wenige Minuten alte, zerknautschte Bündel in den Armen hatte.
Jedes Jahr zu Weihnachten erinnert die Lütte daran, das aus Liebe was Besonderes entstehen kann. Und das Kinder (so nervig sie auch manchmal sein können) immer noch was Besonderes sind.
Seit Frau Wirbelwind ist Weihnachten wieder etwas Besonderes geworden. Strahlende Kinderaugen am Weihnachtsbaum sind was magisches!
Beamte sind gar nicht faul*
Man sagt Beamten ja nach, dass sie faul seien. Alles böse Gerüchte. Nur, das glaubt mir ja auch wieder keiner. Deswegen möchte ich Euch gerne mal einen Einblick in den Alltag eines Beamten geben, kennte ja kaum einer.
06:30
Der Wecker klingelt und wird mürrisch auf Snooze gesetzt. Die blöde Sau.
6:40
Der Wecker klingelt. Ist ja gut, ich stehe ja schon auf. Aufstehen. Duschen, rasieren spare ich mir heute mal. Frühstück mit Kaffee und Feedreader lesen (die alten Säcke lesen noch Totholz). Zähne putzen und los.
7:10
Wo habe ich gestern das Auto geparkt? Ach ja. Na toll. kratzen ist angesagt. Motor und Heizung an und gekratzt. 5 Minuten später endlich los.
7:35
Am Büro angekommen. Jetzt wieder versuchen durch die verdammte Sicherheitsschleuse zu kommen. *pieppieppiep* Oh Mann, schon wieder falsch gestanden. Fünf Versuche später „Du Scheißteil, wenn ich jetzt nicht reinkomme, gehe ich wieder nach Hause!“ Diesmal klappt es. Ich hätte die Schnauze halten sollen und hätte einen freien Tag gehabt.
7:40
Beide Rechner hochfahren und erst mal einen Kaffee kochen. Maileingang prüfen. Nach Ganz Wichtig, Wichtig und Kann Warten sortieren. Grundsätzlich landet alles in der dritten Kategorie.
08:00
Uff, geschafft. Jetzt aber erst mal noch einen Kaffee. Nach so viel Arbeit ist erst mal eine Pause angesagt. Jetzt mal langsam das Vorgangssystem starten.
08:15
Das Vorgangssystem läuft nun endlich. Jetzt ist aber erst mal Zeit für das erste Frühstück. Energie ist ja wichtig, so für’s Gehirn und so. Man muss ja konzentriert sein bei der Arbeit.
8:40
Ersten Anruf des Tages an eine andere Fachabteilung abgewimmelt. Keine Ahnung ob die überhaupt zuständig sind. Egal. Ich muss mir ja hier schließlich einen Vorgang durchlesen und habe keine Zeit noch zu recherchieren, wer zuständig ist. Bin ich die Auskunft, oder was?
09:00
Mit Kollegen über Hauskauf geredet und ein wenig aus den eigenen Erfahrungen berichtet. Dabei Kaffee getrunken. Danach einen Vorgang abgeschlossen. Schuld des Anwenders beschlossen. Und dafür wieder 10 Minuten Lebenszeit verschwendet. Können die nicht ordentlich arbeiten? Würde mir Arbeit ersparen.
10:00
Verdammt, beinahe das zweite Frühstück vergessen. Dabei drei weiteren Anrufern erklärt, dass das Problem, welches sie schildern durch sie selbst verursacht wurde. Hauptsache man verwendet möglichst viele Fachbegriffe, dann passt das.
10:30
Zum Kollegen ins Nebenbüro, eine Umlaufmappe holen und einen kurzen Klönschnack halten.
10:45
In einer Stunde ist ja schon Mittag. Die Zeit rennt, da kommst ja zu nichts. Vor allem diese Anrufer immer, die einen aus der Arbeit rausreissen. Trotzdem den Vorgang fertig bekommen, sprich, an eine andere Abteilung delegiert und Antragsteller eine Abgabemitteilung geschrieben. Nicht, dass der noch hier bei mir nachfragt.
11:45
Mittagspause. Halbe Stunde Spaziergang mit den Kollegen durch das nahegelegene Villenviertel. Wieder zurück im Büro schnell was zu Essen in die Mikrowelle werfen und was essen.
12:45
Mittagspause schon wieder vorbei. Wie soll man sich denn da erholen in der kurzen Zeit? Nun gut, mal wieder nach Mails gucken. Schon wieder drei neue. Meinen die alle, ich hätte nichts anderes zu tun, als mich um ihre Mails zu kümmern? Vor allem die Fragen, wann den der Vorgang erledigt sei? Ja, ich melde mich schon, wenn der fertig ist. Schneller geht das mit den ewigen Nachfragen auch nicht. Im Gegenteil, müsste ich die nicht lesen, könnte ich mich ja kümmern.
13:30
Kaffee und Besprechung. Kurz dienstliches besprochen, dann eine Stunde über Jahresausflug diskutieren, wir sollen den ja für nächstes Jahr planen.
14:45
Toll, wegen Besprechung die Kaffeepause verpasst. Jetzt noch schnell nachholen.
Danach neue Vorgänge im Vorgangssystem sichten und nach Wichtigkeit sortieren und auf die Kollegen verteilen. Drei direkt ablehnen wegen Nichtzuständigkeit. Zwei an andere Fachabteilung delegieren. Okay, die nutzen das Vorgangssystem nicht, sind aber als Organisationseinheit vorhanden. Was interessiert’s mich?
15:15
Mann, Mann, kommst vor lauter lauter ja zu nichts. Und dauernd das Telefon. Vor allem die Kollegen mit den Wasserstandsmeldungen a la „In Kolumbien ist ein Sack Kokain umgefallen!“ Ja, danke für’s Gespräch! Depp!
15:30
Wird Zeit langsam den Feierabend einzuläuten. Sprich noch einen Kaffee trinken und mit den Kollegen noch einige Dinge besprechen. So Dinge halt, wie’s bei den Kindern in der Schule läuft und so.
15:45
Ach ja, Mails. Noch schnell gucken, prophylaktisch mal ein paar beantworten, das die Anfragen in Arbeit sind. Danach auf Laufwerk P verschieben.
16:15
Jetzt wird’s aber Zeit. Überstunden zahlt einem ja keiner. Rechner runterfahren, Kram zusammen packen und dann mal schnell los.
16:25
Noch die 20 Sekunden warten, bis die Stechuhr auf die nächste Minute springt und ab ins Auto.
16:45
Zuhause. Mann, das wieder ein Tag. Wieder zu nichts gekommen, weil ständig was war. Hier ein Anruf, da eine Mail, dort eine Besprechung. Und da sag noch mal einer Beamte wären faul.
*
Kann Spuren von Satire und Ironie enthalten
Ich hasse Einkaufen*
Kennt ihr das? Man macht mal extra pünktlich Feierabend (okay, das mache ich immer) um noch mal eben kurz beim Supermarkt zu halten? Weil, ist ja nachmittags, da ist ja nie viel los. Gestern war wieder so ein Tag.
Aber kaum fährt man auf den Parkplatz überlegt man kurz, ob man etwas verpasst hat? Weihnachten ist noch nicht, Ostern ist schon vorbei. Hat der kriegslüsterne Luxemburger Deutschland etwa den Krieg erklärt? Ist Schwarz-Gelb abgesetzt? Der Euro am Ende? Parkplatz-Suche gestaltet sich jedenfalls schwierig, aber ein paar Schrammen und Beulen später habe ich sogar einen. Ich hasse Einkaufen.
Natürlich hat man keinen Euro für einen der Einkaufswagen, die Tussi an der Info will aber auch keinen Schein wechseln “Ich darf die Kasse nur aufmachen, wenn ein Umtausch oder Pfandauszahlung ist”. Gnarf. Also noch mal Taschen durchwühlen und in der hinterletzten Ecke noch ein 20 Centiemen Stück finden. Das ist ja schon seit Jahren mein Backup gewesen, die kann man meist auch direkt wieder rausziehen und den Wagen stehen lassen, wenn’s zu lange an der Kasse dauert.
Einkaufswagen geholt und der Leopardenfell-Tussi mit dem Porsche auf dem Behindertenparkplatz wirklich ganz aus Versehen eine Schramme ins Auto gemacht, als ich dem SUV ausweichen musste, das die Einbahnstraße in verkehrter Richtung fuhr.
Endlich im Supermarkt, auf dem Weg schon zwei Rentner überrollt, die nicht schnell genug durch die Tür kamen. Warum gehen die immer nachmittags Einkaufen, wenn die arbeitende Bevölkerung Zeit hat? Das ist doch auch so ein Verschwörungsdings! Schlimmer als Rentner sind ja fast nur noch Mütter mit Kleinkindern. Jetzt stehe ich also im Supermarkt und orientiere mich. Ich brauche für den Männerabend zu dritt (der PC, der Fernseher und ich) Fleisch und Alkohol. Ist Euch das schon mal aufgefallen? Männerbedarf befindet sich immer am hinteren äußeren Ende des Supermarktes, so dass man Höllen wie die Gemüseabteilung immer durchqueren muss. Und natürlich sind Fleischtheke und Getränkeabteilung vollkommen diametral angeordnet. Das ist auch so eine Erfindung der Supermarkt-Industrie, um uns Männer mürbe zu machen. Genauso die Angewohnheit, das Sortiment wöchentlich umzuräumen (außer Fleisch und Bier). Ich hasse Einkaufen.
Also, auf in den Kampf gegen Rentner, Hausfrauen und Mütter mit Kindern im Kinderwagen. Rein in die Todesfalle Gemüseabteilung, schließlich wird Chili und Knoblauch benötigt. Warum lagern die das nicht bei den Grundnahrungsmitteln? Also dem Fleisch? Oder meinetwegen auch bei den Ketchupsorten. Ich schlängel’ mich also mit dem Einkaufswagen (bei dem natürlich ein Rad kaputt ist) durch die grüne Hölle, sammle das Gewünschte ein und reiche einem schreiendem Kleinkind, dass seinen Nuckel verloren hat, eine Jalapeno als Ersatz. Es wird vor Verlegenheit ganz rot und hat Tränen der Rührung in den Augen, als es anfängt dran zu saugen. Ja, ich kann auch ein netter Mensch sein. Trotzdem hasse ich Einkaufen.
Kaffee, stimmt, den brauche ich auch noch. Natürlich blockiert eine Hausfrau den kompletten Gang mit ihrem Einkaufswagen. Man könnte den ja auch bequem ans Regal schieben, wenn man das Sortiment begutachtet. Man könnte. Man kann aber auch den Wagen einfach rammen und zur Seite schieben. So wie ich, ich habe keine Zeit höflich zu fragen. Ist doch selber Schuld die Schnalle, wenn sie so in der Gegen rumparkt und keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen nimmt. Schnell zwei Packen Kaffeepads in den Wagen geschmissen und weiter. Ich hasse Einkaufen.
Dem jungen Mädchen, das mit ihrer Mutter einkaufen ist, aus purer Langeweile einen Schwangerschaftstest und Kondome in den Einkaufswagen gelegt. Schade, dass ich die Gesichter nicht mehr sehen kann. Nun aber weiter, im Gang stehen zwei Mütter mit Kinderwagen, groß wie SUVs und versperren komplett das Durchkommen. Ich warte geduldig 23,42 Sekunden, dann räuspere ich mich dezent. Nach weiteren 8,15 Sekunden schiebe ich die beiden Kinderwagen vorsichtig aus dem Gang raus. Da ich beide Hände am eigenen Einkaufswagen habe, erledige ich das mit einem dezenten Fußtritt. Kevin-Jerome wird sanft gebremst durch den Konservendosenstapel während Monique-Chantal auf das Weinregal zusteuert. Scheiße, das war so nicht geplant. Ich gebe meinem Einkaufswagen einen kräftigen Stoß, gerade noch rechtzeitig wirft er das SUV von Monique-Chantal (bzw. Moonieke-Dschanddaaalllee, wie ich durch ihre Mutter erfahre) aus der Bahn. Himmelarschundzwirn. Das war knapp. Ich hasse Einkaufen.
Nach dem ich beiden zeternden und nach Polizei rufenden Mütter beruhigt hatte “Die kommen gleich, die müssen erst eure Mudda bei KIK rausholen…”, habe ich meinen Einkaufswagen wieder aufgesammelt und drang langsam in Richtung Fleischtheke vor. Ich werde skeptisch, freie Fahrt? Keine Hindernisse? Keine Rentner, Blagen oder sonstige nervigen Erdmitbewohner die mir in den Weg springen? Das kann nicht sein. Vorsichtig pirsche ich den Hauptgang entlang, taste mich vorsichtig in die Kreuzungen mit den Quergängen vor. Da, ich höre doch ein asthmatischen Röcheln. Vorsichtig lasse ich einen herrenlos rumstehenden Einkaufswagen auf den Quergang zurollen. Und tatsächlich, kaum kommt dieser in den Kreuzungsbereich, kommt eine tattrige Oma mit Gehhilfe hervor und springt genau vor den Wagen. Und prompt kreischt sie mich an “Können sie nicht aufpassen, sie müssen mich doch gesehen haben, das haben sie absichtlich gemacht…. Arzt. Rechnung… zahlen sie. Polizei. Terrorist…” Ich verneine alles. Erstens ist das ja nicht mein Wagen und zweitens habe ich sie nicht gesehen, sondern gehört. Trotzdem bekomme ich Prügel mit einer Handtasche so groß wie Wiesbaden. Und so wie das wehtut, ist da bestimmt noch eine alte Weltkriegsbombe mit drin. Ich hasse Einkaufen.
Während die Oma nun den unschuldigen Besitzer des Einkaufswagens, vor den sie gesprungen ist, ankeift, trete ich den taktischen Rückzug an und schleiche mich im Zickzack durch den Supermarkt. Endlich an der Fleischtheke angekommen. 3 Schnitzel und noch ein Viertelpfund Tartar. Ich ernte verständnislose Blicke. Ungefähr so, wie Nadine the Brain. Nur wenig intelligenter. “3 Schnitzel, ein Viertelpfund Tartar” – “…” – “3 Schnitzel, das sind diese Fleischscheiben vom toten Schwein!” – “Ich weiß was Schnitzel sind!” – “Ja dann also bitte 3 große, danke!” – “Sonst noch was?” – “Ein Viertelpfund Tartar” – “…???” – “Tartar!” – “Ja, wie viel?” – “Viertelpfund!” – “?” – “125gr!!!” – “Sagen’se das doch gleich!” – “TILT!” Erwähnte ich es schon? Ich hasse Einkaufen!
Nach dem ich endlich das Gewünschte habe, kann ich mich nun endlich in die Getränkeabteilung vorarbeiten. Auf dem Weg dorthin komme ich an der Süßigkeiten-Abteilung, die mich langsam aber sicher wie ein Magnet anzieht. Ich entfliehe mit purer Willenskraft und komme vom Regen in die Traufe, sprich zu den Knabbersachen. Auch hier kämpfe ich mich tapfer durch und steuer’ beharrlich auf die Getränkeecke zu. Wer aufmerksam mitgelesen hat, der weiß, dass ich Knoblauch, Chili, zwei Packen Kaffeepads sowie Schnitzel und Tartar im Einkaufswagen habe. Etwas Anderes habe ich nicht in diesen, meinen Einkaufswagen gelegt. Nun befinden sich diverse Katjes- und Haribotüten sowie Knabberzeugs zusätzlich darin. Ich habe diese Dinge nicht in den Einkaufswagen gelegt. Bin verwirrt. Ich hasse Einkaufen.
Ohne weitere nennenswerten Zwischenfälle erreiche ich die Getränkeabteilung. Und es gibt tatsächlich auch ein brauchbares Bier im Angebot. Da kann ich ja auch gleich noch die Flasche Wein als Geburtstagsgeschenk mitnehmen. Ich beginne ein wenig an meinem Glück zu zweifeln… Irgendwas kommt da noch, ich bin mir vollkommen sicher.
Auf dem Weg zur Kasse verteile ich die heimlich in meinen Einkaufswagen gesprungenen Süßigkeiten und Knabbersachen wahllos auf irgendwelche Einkaufswagen. Erwäge in der Technik-Abteilung alle Fernseher auf Bibel-TV zu stellen, lasse es dann aber lieber bleiben. Für seelische Schäden der Mitarbeiter möchte ich nicht verantwortlich sein. An der Kasse angekommen (ich kann die Schnellkasse) hört mein Glück aber schon wieder auf. Eine Hausfrau und ein Rentner vor mir. Natürlich hat die Hausfrau ungefähr das doppelte als der “erlaubten” 10 Teile dabei. Und natürlich muss alles gleich ordentlich Stück für Stück in die Tasche, nach einem mir nicht durchschaubaren Prinzip. Mittlerweile wartet die Kassiererin seit zwei Minuten darauf, dass sie endlich Geld bekommt, aber die Tussi packt erst mal seelenruhig weiter ein. Da hätte ich dann ja auch gleich die normale Kasse nehmen können und wäre schon fertig. Endlich fängt sie an in ihrer Handtasche von der Größe des Saarlandes nach der Geldbörse zu suchen. Ich bin mittlerweile so verzweifelt, dass ich mir eines der 0,33l Fläschchen Vodka, die immer an der Kasse stehen, an den Hals setze und auf Ex trinke. Dabei fällt mir ein, dass ich seit dem Frühstück um 05:00 nichts weiter gegessen habe. Es ist jetzt 16:30! Ich hasse Einkaufen.
Endlich hat die Trulla den Weg frei geräumt und der Rentner ist an der Reihe. Ich ahne fürchterliches und nehme sicherheitshalber gleich die zweite Pulle Vodka. Und es kommt wie es kommt: “Wartense mal, junge Frau, ich hab’s bestimmt passen…” Aaaaargh… Meine Augen irrlichtern über die Flachmann-Reihe, ich brauche was stärkeres. Oder etwas das blöd macht im Kopp. Wilthener Goldkrone. Jawoll… rinn in’ Kopp! Mittlerweile ist Opa auch beim zählen seines Kupferkleingeldes angekommen. Und? Ihr ahnt es, oder? Es fehlt genau ein beschissener Cent an der vollen Summe. Bevor der alte Sack nun wieder anfängt alles Münze für Münze in sein Portemonaiee zu sortieren, schmeiße ich ein Cent-Stück zur Kassiererin und sage “Stimmt schon”. Selten einen so dankbaren Blick gesehen. Darauf einen Dujardin (die gibt’s hier nur in den 0,25 Fläschchen, was ein Scheiß). Endlich darf ich bezahlen. Angeschiggert wie ich bin, hau’ ich dreimal die falsche PIN ein und sperre dann direkt mal meine Karte. Wenigstens hatte ich ausreichend Geld dabei. Ich hasse Einkaufen.
Wenigstens ohne Polizeikontrolle zuhause angekommen. Dafür festgestellt, dass ich sämtliche Einkäufe im Einkaufswagen liegen gelassen habe.
Ich hasse Einkaufen.
*
Kann Spuren von Satire und Ironie enthalten.
„Hallo Wach“ – Drink
Da ich hier im Outback lebe, gibt es hier keine Club Mate oder 1337-Mate oder sonstige brauchbare Wachmacher. Vor allem, nach dem Cofain 699 nicht mehr erhältlich ist.
Also werde ich meine Spezialmischung herstellen müssen. Woraus die besteht?
250 gr. Kolanuss gemahlen
250 gr. Gurarana
(beides aus der Apotheke, bei ebay gibt’s zuviel Dreck, kein Wunder bei den Preisen)
100 gr. Grüner Tee
100 gr. Mate Tee
Gut vermischen und dann pro Tasse zwei Kaffeelöffel in einen Teebeutel (zum Beispiel die Kannenfilter von Profissimo von DM). Mit heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen.
Macht Glockenwach.
Ach ja, wer diese wiederbefüllbaren Filter für die Senseo hat: Vergesst es. Das Guarana klumpt so derbe, dass da kein Wasser durchkommt. Einmal probiert. Nie wieder.
Ja, der Wachmacher ist nicht billig. Aber er macht länger wach als jeder Kaffee oder jede Mate.
52 Songs – Thema 10: Wut
Ich bin mal wieder dabei. Jaja, ich habe ziemlich viel ausgelassen. Zum einen, weil ich eine zu große Auswahl hatte, zum anderen, weil zumindest ein Thema mir zwar sofort einen Kopf geschossen hat, ich den aber aus persönlichen Gründen übersprungen habe.
Nun ist das Thema Wut
Da habe ich einen Song, den höre, wenn ich schlechte Laune habe, wenn ich wütend bin.
Ich habe überlegt, ob ich einen der Songs vorstelle, die mich dann wieder runterbringen, bin aber wieder davon abgekommen. Wut muss ausgelebt werden. Ja, der Song hat mich Tickets gekostet, denn er verleitet mich leider auch zu extrem agressiven fahren.
Aber irgendwie ist und bleibt „Come and die“ von Therapy & Fatal aus dem Soundtrack von Judgment Night mein Wut Song
Schnitzel aus dem Bratschlauch
Da es heute in der Kantine nichts brauchbares für den Herrn ol_sen gab, musste heute Abend mal wieder gekocht werden. Und mir war mal nach was Neuem. Schnitzel aus dem Bratschlauch.
Dazu brauchen wir Schnitzel nach Bedarf. Also nicht unter 400gr/Person. Dazu
- Knoblauch
- Zucchini
- Tomate
- Chili
- Pilze
- Zwiebeln
- trockenen Weißwein
- Bratschlauch
Das Gemüse in handliche Stücke schnibbeln und in Bratschlauch schieben. Das Fleisch mit Pfeffer, Salz und Chili würzen, eine Scheibe rohen Schinken drum wickeln und auf das Gemüse geben. Dazu einen guten Schuß Weißwein. Den Rest kann man dann prima zum Essen trinken.
Den Bratschlauch an allen Enden ordentlich vertüddeln und bei 150° in den nicht vorgeheizten Ofen legen.
Das Ganze gut 60 Minuten vor sich hin schmurgeln lassen.
Danach dann aber ordentlich losfuttern. Aus dem Fond lässt sich eine deftige Sauce machen. Oder einfach so futtern (meine Variante). Dazu Ebly oder Reis.
Papa sein… #hach
Wenn nachts zwei kleine Füße über die Dielen schleichen, die dazugehörige Tochter sich an einen kuschelt, einem einen dicken Knutscher gibt, noch ein wenig kuschelt und sich dann wieder ins eigene Bett verkriecht, da geht einem schon das Herz auf. Weil sie wach wurde und ihr einfach danach war.
Auch wenn man dafür den Rest der Nacht nicht mehr pennen kann.
Und wenn man dann noch am Morgen „Superhelden-Papa“ genannt wird… das ist einfach #hach
